Nach dem Ende der deutsch-deutschen Teilung erschließt Geiger den Markt in den neuen Bundesländern. In Leukersdorf bei Chemnitz baut Geiger einen Steinbruch mit moderner Kiesaufbereitungsanlage auf. Bald kommt eine Asphaltmischanlage hinzu, um das Leistungsspektrum abzurunden. Innerhalb von drei Jahren können aus Leukersdorf 1,6 Millionen Tonnen Rohstoffe verkauft werden. Mit Leukersdorf ist die „Ostererweiterung“ für Geiger noch nicht abgeschlossen: 1994 kommt ein Steinbruch bei Naundorf in Nordsachsen hinzu, 1998 folgt eine Kiesgrube bei Sonneberg in Thüringen.
Seit 1991 baut Geiger im Steinbruch Leukersdorf im sächsischen Erzgebirgskreis hauptsächlich Schüttgüter wie Splitte oder Schotter ab.
Ein besonderes Projekt aber ist der Bau einer Wohnanlage mit 41 Wohneinheiten im Europadorf Roßlau-Meinsdorf bei Dessau. Ein preiswürdiges Projekt: 1996 zeichnet der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten Geiger mit dem Deutschen Bauherrenpreis aus.
Rumänien ist Mitte der 1990er Jahre in einer prekären wirtschaftlichen Situation. Geiger möchte für die notleidende Bevölkerung Hilfe leisten. Die Mitarbeitenden und die Unternehmerfamilie organisieren einen Konvoi, der sechzig Tonnen Kleidung, Lebensmittel und Medikamente ins rumänische Brașov bringt. Aus der humanitären Aktion wird bald unternehmerisches Engagement: 1994 gründet Geiger eine eigene Straßenbaufirma, die sich auf dünne Asphaltschichten spezialisiert. Im Nordwesten Rumäniens wird eine Bitumen-Emulsionsanlage errichtet und 1996 die Firma Thermolit gegründet, die im Süden des Landes eine Asphaltmischanlage betreibt.
Kanalbau durch Mitarbeitende von Geiger Romania.
Ein Highlight der 1990er Jahre: Geiger saniert einen Abschnitt der Europastraße 60, die zugleich die rumänische Nationalstraße 13 ist. Inzwischen ist Geiger in Rumänien mit seinen über 300 Mitarbeitenden auch im Tiefbau, im Kanalbau, im Brückenbau und der Brückensanierung, dem Erdbau, der Umwelttechnik, dem Deponiebau und -betrieb sowie in den Bereichen Baustoffe und Schlüsselfertigbau tätig.